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Rudolf Claus hingerichtet Drucken
Geschrieben von: Anja Röbekamp   
Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 09:12 Uhr

Blickpunkt 17.12.: Heute vor 74 Jahren wird in Berlin-Plötzensee der Kommunist Rudolf Claus hingerichtet. Rudolf Claus kam aus einem sozialdemokratischen Elternhaus und engagierte sich schon als Jugendlicher in der sozialistischen Arbeiterjugend. Er meldete sich freiwillig als Soldat für den ersten Weltkrieg und wurde wie so viele andere durch seine Erfahrungen auf dem Schlachtfeld ...
zu einem erklärten Pazifisten. Auch er war an der Novemberrevolution 1918 beteiligt, die wir in den vergangenen Wochen ja schon häufiger hier zum Thema gemacht haben, und zwar in Braunschweig. Ein Jahr später nahm er an den spartakistischen Aufstandsversuchen teil, die eine Räterepublik errichten wollten.

Sein konsequenter Weg führte ihn 1920 zur KPD, deren Mitglied er wurde. Wiederum ein Jahr später wurde er erstmals verhaftet und von einem Sondergericht zu lebenslanger Haft im Zuchthaus verurteilt. Es gab viele Massenproteste gegen dieses Urteil, und so kam er wieder frei – nur um zwei Jahre später erneut verurteilt zu werden und nach vier Jahren im Zuchthaus wiederum eine Amnestie zu erfahren.

Wieder frei, beteiligte er sich an der – illegalen – Reichsleitung der Roten Hilfe Deutschlands (auch die hatten wir vor kurzem hier zu Gast) und wurde deswegen mehrfach verhaftet und schließlich von den Nazis zum Tode verurteilt.

Am 17. Dezember 1935 wurde Rudolf Claus in Plötzensee hingerichtet. Neben internationalem Protest wandten sich auch einige Sozialdemokraten und Kommunisten wie Rudolf Breitscheid, Max Brauer, Max Braun, Hans Beimler, Willi Münzenberg, Ernst Reuter und Heinrich Mann gemeinsam gegen dieses Urteil, das aber nichtsdestoweniger Trotz vollstreckt wurde.

Auch Rudolf Claus’ Frau wurde aufgrund seiner Aktivitäten erst in die perfide, so genannte „Schutzhaft“ genommen, und später ins Frauen-Konzentrationslager Moringen gesteckt.