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Senden für Deutschland Drucken
Geschrieben von: Anja Röbekamp   
Donnerstag, den 07. Januar 2010 um 11:56 Uhr

Blickpunkt 7.1.: Es war genau vor 84 Jahren, als das Radio „Deutsche Welle“ in Königs Wusterhausen auf Sendung ging. Wobei „Deutsche Welle“ nicht zu verwechseln ist mit dem heutigen Sender für Auslands-Radio und -Fernsehen. Der startete seine Karriere erst vor 56 Jahren. Aus der 1926 gestarteten „Deutschen Welle“ wurde ...
schon nach kurzer Zeit der so genannte Deutschlandsender. Unter diesem Namen firmierte das Radioprogramm in der Zeit von 1926-1945, von 1947-1972 und von 1990-1993. Die letzten Phasen fanden in der Hauptsache in der ehemaligen DDR statt. Aber eins nach dem Anderen.

1925 gab es schon mehr als eine halbe Million „offizielle Rundfunkteilnehmer“. Und es hatte sich ein Standard bei den Empfängern herauskristallisiert, nämlich das Röhrengerät. Trotz dem das Medium noch so jung war, hatte sich der Rundfunk bereits etabliert und zwar als Einweg-Kommunikation: Der Sender spricht und der Hörer – hört. Und zwar im doppelten Sinne, den sich später die Nazis zu Nutze machen sollten.

Damals schon hat Bertolt Brecht ein anderes Konzept entwickelt. Analog zu seinen politischen Bestrebungen literarischer Art wollte Brecht den Hörer zu einem aktiven Part der Radiolandschaft machen und somit auch eine Stimme geben. Brecht war durchaus klar, dass dies unmöglich, weil politisch nicht gewollt war. Und er sollte Recht behalten. Noch während der Weimarer Republik wurden die Möglichkeiten des Rundfunkempfangs für Jedermann in technischer Hinsicht eingeschränkt. Und für die Betreiber in Hinsicht auf Inhalte und Personen. Verboten waren unter anderem politische Äußerungen, Erotik und Satire.

Zunehmend wurden Schlüsselpositionen im Rundfunk mit „rechtem“ Personal besetzt. 1932 wurde der Rundfunk durch die so genannte „Zweite Rundfunkreform“ verstaatlicht und somit endgültig zum "Staatsverlautbarungsfunk". Der Rundfunk war nun bereit für die groß angelegte Propagandaschlacht des Nazi-Regimes. Infolgedessen wurde die Sendekapazität in Deutschland erweitert. Es gab bis 1945 mehrere Funkmasten mit dem Namen „Deutschlandsender“ – und bis auf einen wurden sie im Krieg zerstört.

Foto: Sendemast Koenigswusterhausen, 2006 © Joeopitz / www.wikimedia.org