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Die Luftbrücke beginnt Drucken
Geschrieben von: Anja Röbekamp   
Donnerstag, den 24. Juni 2010 um 10:28 Uhr

Blickpunkt 24. Juni 1948: Der Beginn der Berlin-Blockade ist auch der Auftakt zu einer beispiellosen Rettungsaktion – die Berliner Luftbrücke Die ist einer der Gründe, die den Flughafen Tempelhof weltweit zu einer Berühmtheit gemacht haben und die bis heute für eine erstaunlich zähe und langlebige Anhänglichkeit nicht nur der gebürtigen Berliner für diesen Airport sorgt.
Wobei es heute vor 62 Jahren nicht darum ging, die willigen Mitläufer Hitlers durchzufüttern – so gut ging es den Amerikanern eigentlich auch nicht gleich nach dem Krieg. Aber der dann folgende sogenannte...

„kalte Krieg“ kündigte sich schon an, und die Insel West-Berlin sollte gegenüber der „roten Gefahr“ gehalten werden. Eine Trotzreaktion auf höchster weltpolitischer Ebene sozusagen. Zur Erinnerung: Wenige Tage nach der Währungsreform in den Westsektoren (bei der die frühere, fast wertlos gewordene Reichsmark durch die D-Mark ersetzt wurde), wurde auch West-Berlin in diese Reform einbezogen, und zwar ohne Absprache mit den sowietischen Allierten.
Daraufhin riegelten Truppen der Sowietunion die Zugänge nach West-Berlin auf dem Land- und auf dem Wasserweg ab. Der von den drei Westallierten regierte Stadtteil war nun von jeglicher Versorgung abgeschnitten, und das betraf jeden Bereich des Lebens von Nahrungsmitteln, Medikamenten und Heizmaterialien bis hin zur Seife oder Nylonstrümpfen. Amerika machte sich auf eine Weltmacht zu werden und zeigte was es drauf hatte: Veranlasst von US-Militärgouverneur Lucius D. Clay stellten die Westmächte über eine Luftbrücke die Versorgung West-Berlins sicher. Fast 200.000 Flüge während der Berlin-Blockade transportierten rund 1,5 Millionen Tonnen lebenswichtiger Güter nach Berlin.
Im Takt von zwei bis drei Minuten landen die „Rosinenbomber“ in Tempelhof, auf dem britischen Flugplatz Gatow, auf der Havel mit Sunderland-Flugbooten der Briten und später auch auf dem während der Blockade extra für die Luftbrücke errichteten Flughafen Tegel.
Den Namen "Rosinenbomber" bekommen die Maschinen im Volksmund, weil die Piloten es trotz dieses unglaublichen Start- und Landetempos schaffen, mit den Flügeln zu winken und, noch viel wichtiger für die Kinder in der zerstörten und armen Stadt: Sie werfen Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen ab. Sicher war auch das ein Grund, den sturen Durchhaltewillen der West-Berliner zu stärken.
Und da die Westmächte auch am Ball bleiben, pardon, am Drei-Minuten-Takt festhalten, scheitert die Berlin-Blockade trotz eines sehr harten Winters und wird nach fast einem Jahr im Mai 1949 aufgehoben. Der vor wenigen Tagen bei einem Rundflug beschädigte Rosinenbomber soll übrigens möglichst bald wieder fliegen.
Zur Zeit der Blockade soll er hauptsächlich Kohle und Medikamente in die damals isolierte Stadt gebracht haben.

Foto: Berliner beobachten die Landung eines Rosinenbombers (Douglas C54, zivil: Douglas DC 4), des Military Air Transport Service (MATS) der Amerikaner auf dem Flughafen Tempelhof aus Richtung Neukölln kommend (1948).
Quelle: United States Air Force Historical Research Agency via Cees Steijger (1991), "A History of USAFE", Voyageur, ISBN: 1853100757; USAF photo 070119-F-0000R-101 / www.wikimedia.org