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Geschrieben von: Ralf Pierau
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Freitag, den 30. Juli 2010 um 10:37 Uhr |
Blickpunkt 1. August: Was, Sie kennen den Herrn Gontard nicht? Ich kannte ihn auch nicht. Und doch ist er Ehrenbürger der Stadt Berlin: Carl Friedrich Ludwig von Gontard, der heute vor 246 Jahren geboren wurde. Ein Militär durch und durch war er. Einer mit Rang, nämlich den des Platzmajors der Stadt Berlin. Diesen hatte er über 35 Jahre. Überhaupt ist er einer, der am längsten ...
beim preußischen Militär diente. Schon mit 15 Jahren kam der gebürtige Oberfranke zur Armee Friedrichs des Großen. Schnell machte er dort Karriere.
Es war eine kriegerische Zeit. Napoleon zog mit seinen Heerscharen in die Nachbarländer ein. Und Gontard musste als Berliner Platzmajor 1806 die Stadt den siegreichen Franzosen übergeben. Das war der Höhepunkt seiner militärischen Karriere.
Zum 50. Dienstjubiläum am 31. Juli 1829 bekam er für seine "Bemühungen um das Wohlergehen der Stadt" besonders in der napoelonischen Besetzungszeit die Ehrenbürgschaft. Noch weitere neun Jahre stand er dann in Diensten der preußischen Militärs, überlebte zwei Könige (Friedrich den Großen, Friedrich Wilhelm II.). Sein dritter Dienstherr, Friedrich Wilhelm III., starb ein Jahr, nachdem er das Militär verließ.
Gontard, übrigens einer der Söhne des Baumeisters Gontard, machte noch bei den Freimaurern Karriere. In der Berliner Loge wurde er "Meister vom Stuhl". Heute nennen sich die Chefs der verschwiegenen Verschwörer einfach nur Logenmeister.
Carl Friedrich Ludwig Gontard ist also einer von aktuell 111 Ehrenbürgern der Stadt Berlin. Und wenn ich über die Gontardstraße nahe des Alexanderplatzes spaziere, soll ich sicherlich seiner gedenken. Oder seines Vaters? Ich weiß es nicht.
Woran ich dachte, als ich den Namen Gontard beim heutigen Thema des Tages las? An Susette Gontard, die große Liebe des Dichters Hölderlin. Sie war Diotima in seinem Roman "Hyperion" und auch in seiner Lyrik. Dort klingt es so:
"Diotima! seelig Wesen! Herrliche, durch die mein Geist, Von des Lebens Angst genesen, Götterjugend sich verheißt!"
Das ist allerdings nicht das Thema unseres heutigen Tages. Schade eigentlich.
Abbildung: Militär und Ehrenbürger Berlins, Carl Friedrich Ludwig Gontard (1764-1839); Archiv für Kunst und Geschichte Berlin
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